Skip to main content

Gleichstellung kostet: 3 Phasen, in denen Frauen Geld verlieren

Es gibt viele zentrale Momente im Leben – von der Kindheit bis zum Tod. Aber gerade bei der Lohnverhandlung, einer Trennung und im Alter verlieren Frauen am meisten Geld – wir zeigen dir, wie du das verhindern kannst.

«Ich wünschte ich hätte das vor 20 Jahren schon gewusst»….. «Echt, das es so eine Auswirkung hat, hätte ich nie gedacht» - solche Aussagen höre ich immer wieder.

59% der in einer Partnerschaft lebenden Frauen bereuen es, sich nicht mehr mit Geld beschäftigt zu haben und 98% raten anderen Frauen, sich mehr mit Geld zu beschäftigen.

Für die wenigsten von uns gibt es einen geradlinigen Weg. Oft hat das Leben viele Abzweigungen und Verwirrungen. Allgemein zusammengefasst gibt es aber sechs Lebensbereiche, in denen sich die meisten einmal wiederfinden und und in denen Geld eine Rolle spielt:

  1. Aufwachsen und Studieren
  2. Eintritt und Wiedereintritt in die Arbeitswelt
  3. Beziehungen und Trennungen
  4. Mutterschaft und Kinderbetreuung
  5. Planung und Eintritt in den Ruhestand
  6. Krankheit, Altersschwäche und Tod

Es lohnt sich, für alle Lebensmomente vorausschauend zu planen. Bei drei Lebensbereichen verlieren Frauen aber langfristig oftmals am meisten Geld oder sind nur sehr schlecht darauf vorbereitet: in der Arbeitswelt (und damit verbundenen Lohnverhandlungen), bei einer Trennung und der Planung für den Ruhestand. Deshalb nehmen wir diese hier genauer unter die Lupe.

Gleichstellung in der Arbeitswelt und bei der Lohnverhandlung

Der Anteil an Frauen mit Hochschulabschluss ist inzwischen höher als derjenige der Männer. Auch wählen Frauen mittlerweile nicht nur tiefer bezahlte Berufe und der Anteil an Absolventinnen in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) Berufen steigt. Wir haben zudem einen erklärten und einen unerklärten Lohnunterschied und Frauen in der Schweiz arbeiten vermehrt Teilzeit.

Was mich sehr überrascht hat, ist, dass Frauen bei der Lohnverhandlung bereits beim Einstiegslohn von einer geringeren Erwartungshaltung ausgehen – und damit auf einem tieferen Niveau beginnen, so dass sie selten wieder aufholen.

**

Tipps zur Lohnverhandlung:

  • Mental vorbereiten und eigene Erwartungshaltung überprüfen
  • Recherche – wissen was man «Wert» ist, z.B. mit einem Lohnrechner (salarium.ch, lohnrechner.ch, glassdoor.ch - Lohn auch mit einem männlichen Profil berechnen!) und Austausch mit Kollegen
  • Ziele setzen – was will ich? Was passiert, wenn ich es nicht bekomme?
  • Eigene Leistung kennen (und aufschreiben) – was habe ich beigetragen? Wo und wie kann ich einen Mehrwert liefern?
  • Entspannt und sachlich argumentieren – aber am wichtigsten: just ask!

Gleichstellung in der Trennung

Jährlich werden in der Schweiz über 16’000 Ehen geschieden und die globale Scheidungsrate beträgt 44%. In Studien sagen mehr als die Hälfte aller Frauen, dass sie in solchen Fällen eine finanzielle Überraschung erlebt haben. In England z.B. haben 71% der geschiedenen Personen während der Scheidung nicht über ihre Rente gesprochen. Dies birgt dann sehr unschöne Überraschungen.

In der Schweiz wird die Pensionskasse bei einer Scheidung zwar vollständig geteilt, dennoch ist das Risiko einer Altersarmut für Frauen grösser, wenn Sie die freiwillige Altersvorsorge nicht selbst in die Hand nehmen. Warum ist das so?

Gehen wir von einer klassischen Rollenverteilung (Mann arbeitet Vollzeit und Frau Teilzeit) aus. Durch diese Arbeitsteilung besteht automatisch ein Einkommensgefälle zwischen Mann und Frau. Bei einer Scheidung wird zwar die Pensionskasse geteilt, dennoch ist die Frau nach der Scheidung benachteiligt, da sie mit ihrer Teilzeitanstellung nur schwer ihre Altersvorsorge weiter ausbauen kann. Wohingegen der Mann mit seiner Karriere wie gewohnt fortfahren kann.

Tipps zur Trennung:

  • Transparenz verschaffen über alle Vermögenswerte und die Vorsorgesituation
  • Eigene finanzielle Situation neu beurteilen und Vorsorgebedürfnis neu berechnen – allenfalls kann eine Einzahlung in die 2. Säule sinnvoll sein
  • Budgetplanung und laufende Kosten für ein Leben nach der Trennung berechnen
  • Verträge, Dokumente, Vollmachten und auch Absicherungen wie Lebensversicherungen entflechten und eigene Absicherung der neuen Situation anpassen
  • Den Finanzplan der neuen Lebenssituation und geänderten Zielen anpassen – gibt es allenfalls neue Partner oder Familienmitglieder die zu berücksichtigen sind, haben sich Ziele und Finanzbedarf grundlegend verändert, wie soll der langfristige Vermögensaufbau sichergestellt werden?

Gleichstellung in der Ruhestandsplanung

Frauen leben in der Schweiz im Schnitt 4-5 Jahre länger als Männer, haben aber geringere Einkommen und oft viel kleinere Vorsorgevermögen und können somit von Altersarmut betroffen sein. Deshalb ist die frühzeitige Vorsorgeplanung für Frauen enorm wichtig. 

Tipps für die Altersvorsorge:

  • Früh beginnen, auch wenn die Pension noch sehr weit weg erscheint, z.B. grundlegende Fragen klären wie – wann möchte ich aus dem Erwerbsleben aussteigen? Welchen Lebensstandard möchte ich haben? Das entsprechend notwendige Geld berechnen, z.B. mit einem Pensionsplanungskalkulator
  • Transparenz verschaffen – wie hoch wird meine AHV Rente sein und habe ich allenfalls Lücken die ich jetzt noch schliessen kann? Habe ich Vorsorgelücken in der Pensionskasse, die ich schliessen sollte? Schöpfe ich alle Möglichkeiten der Säule 3a voll aus?
  • Anlagestrategie festlegen – Vorsorgegelder haben einen langen Zeithorizont, hier kann es sinnvoll sein eine Anlagestrategie festzulegen, z.B. für die Säule 3a aber auch für Teile der Pensionskasse kann man oft eine Anlagestrategie wählen. Simulieren kann man solche Strategien z.B. mit einem Online Tool wie z.B. Frankly oder Viac um sich ein Bild zu verschaffen
  • Automatisierung – viele der Beiträge werden automatisch vom Lohn abgezogen, für die 3. Säule lohnt es sich den Beitrag monatlich oder jährlich zu automatisieren damit nichts vergessen geht
  • Steuerliche Aspekte bei der Vorbereitung aber auch vor allem bei der Auszahlung berücksichtigen. Hier kann sich eine fachliche Beratung durch einen Steuerberater oder Vorsorgeexperten sehr lohnen da verschiedene Aspekte zum Tragen kommen und man zeitlich als auch in der Strukturierung des Vorsorgevermögens Optimierungspotenzial wahrnehmen und so Geld sparen kann

Also: wer gut vorbereitet ist, kommt auch durch diese drei Lebensabschnitte, ohne Geld zu verlieren, das auch hätte gespart werden können.

Upcoming events